Der Präventionsberater ist aber nicht für Behandlungen und Therapie zuständig, das ist auch ganz wichtig zu sagen. Seine Arbeit mündet in die Vermittlung an eine Hilfeeinrichtung. Herr Hoffmann, was ist erfolgsentscheidend in der Präventionsarbeit? Wie werden die Präventionsberater ausgebildet? Hoffmann: Unsere 15 Präventionsberater sind ausge- bildete Psychologen, Pädagogen, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter. Sie betreuen die Spielhallen in ihren fest zugeordneten Regionen. Den Zuschnitt entwickeln wir bedarfsorientiert weiter und stellen mehr Präventions- berater ein, wenn es sinnvoll ist. Die Servicemitarbeiter in den Spielhallen haben somit immer einen direkten und gleichbleibenden Ansprechpartner, die Spielgäste ein lang- fristig vertrauensvolles Verhältnis zu ihrer Bezugsperson. Wie sieht ein typischer Vorgang aus? Wie kommt der Spielgast zum Betreuungsangebot? Hoffmann: Das Ziel ist, einen Spielgast, der Anzeichen auf- fälligen Spielverhaltens zeigt, mit unseren Präventionsberatern in Kontakt zu bringen. Das kann auf verschiedene Arten gesche- hen. Ist sich der Gast seines potentiellen Problems bewusst, kann er den Präventionsberater jederzeit direkt kontaktieren. Die GSP schafft dazu möglichst niederschwellige Angebote. Er ist gut erreichbar, per Telefon und neuerdings auch direkt per WhatsApp. Seine Visitenkarte, Info-Broschüren und Flyer liegen in der Spielhalle aus, auch an nicht einsehbaren Orten, wo sie von den Spielgästen diskret eingesteckt werden können. Wir sind da ganz pragmatisch. Das, was hilft und beim Gast ankommt, machen wir. Oft dauert es vom ersten Impuls bis zum tatsächlichen Anruf eine Weile. Die Bereitschaft, den Schritt zu gehen, muss erst reifen. Auch über eine Hotline oder die Servicekraft in der Spielhalle vor Ort wird der Gast an den zuständigen Präventionsberater vermittelt. Und es geht auch über den umgekehrten Weg: Wenn der Servicemitarbeiter in der Spielhalle oder der Präventionsberater selbst bei einem Gast auffälliges Spielverhalten erkennt, geht er auf diesen zu. Bagus: Wichtig bleibt natürlich auch, dass wir unsere Ser- vicemitarbeiter intensiv dazu schulen, wie sie sich verhalten, wenn sie auffälliges Spielverhalten feststellen. Durch die persönliche Betreuung durch einen Präventionsberater, der beispielsweise die Präventionsschulungen begleitet und die Themen in Team-Meetings mit den Kollegen in den Hallen vertieft, gelingt das noch wesentlich effektiver. Hoffmann: Präventionsberatung braucht Zeit, sie denkt langfristig. Wir arbeiten stetig an Verbesserungen. Wichtig sind Sichtbarkeit des Angebots und Aufklärungsarbeit auch in den Spielhallen selbst. Alle Maßnahmen richten sich nach Praktikabilität und Sinnhaftigkeit aus der Sicht des Spielgastes. Der Anspruch der GSP ist es, durch Feedback von Gästen und Praxiserfahrung das Angebot bestmöglich an der Lebenswelt der Spieler auszurichten. Bagus: Dafür arbeiten wir in der GSP im Übrigen auch eng mit Partnern wie der LZG-Akademie der Gesundheitsförde- rung in Rheinland-Pfalz gGmbH zusammen, die Ergebnisse fließen in Aufklärungskampagnen und Schulungen ein. Ziel aller Verantwortung und Präventionsbemühungen ist es, ein maßvolles, risikobewusstes und sozialverträgliches Spielver- halten zu fördern, ein gesundes Freizeitverhalten. So wie es die überwältigende Mehrheit unserer Gäste auch wahrnimmt. „WIR SIND MIT DER ENTWICKLUNG DER GSP MEHR ALS ZUFRIEDEN.“ Oliver Bagus, Mitglied der Geschäftsleitung LÖWEN ENTERTAINMENT Herr Bagus, Hand aufs Herz, wie steinig war der Weg bis hierher? Was hatten Sie sich anders vorgestellt? Bagus: Wir alle sind mit der Entwicklung der GSP mehr als zufrieden. Aber klar, es ist eine Menge Arbeit, die un- sere Kollegen leisten. In der täglichen Präventions- und Servicearbeit, aber auch im Aufbau von langfristigen Partnerschaften mit Behörden und Hilfeeinrichtungen. Da spürten wir anfänglich schon eine Grundskepsis gegenüber unserer Branche und mussten dicke Bretter bohren. Aber ehrlich gesagt, das ist für uns auch völlig in Ordnung. Wir wollen mit Taten überzeugen, und die Zeit zeigt, dass wir es ernst meinen. Das wird zunehmend honoriert, man erkennt unsere Bemühungen, unseren Willen an. Unser Netzwerk wird immer größer. Das freut uns sehr, denn es kommt den Menschen zugute, die Unterstützung benötigen. 22 Responsible Gaming